Die Geschichte
Der Kühlschrank um zehn
Angefangen hat das alles nicht im Hörsaal, sondern auf dem Sofa. Dominik erzählt es so:
Ich saß auf dem Sofa. Vor mir ein leerer Teller, der Magen voll. Und ich hatte keine Ahnung, warum ich gerade gegessen hatte. Hungrig war ich nicht gewesen.
Es war nicht das erste Mal. Essen, schlecht fühlen, ab morgen alles anders. Und dann wieder genau das Gleiche. Dabei kannte ich die Regeln, die Kalorien, die Studien. Nichts hielt.
Irgendwann habe ich die Frage gewechselt. Nicht mehr: Was soll ich essen? Sondern: Warum esse ich überhaupt? Die Antwort hatte wenig mit Hunger zu tun und viel mit Stress, Langeweile und Gewohnheit. Ich kämpfte nicht gegen mich, sondern gegen ein System im Kopf, das gelernt hatte, Essen als Lösung zu benutzen.
Das ist 16 Jahre her. Ich halte mein Gewicht seitdem, ohne mich je wieder auf Diät zu fühlen. Aus der Frage wurde mein Beruf: Medizin, eine Doktorarbeit über die Psychologie der Verhaltensänderung, ein Buch im Südwest Verlag und über zehn Jahre mit Menschen, denen es genauso ging.